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Japan: Nichts wird mehr so sein wie bisher, oder?

Ich wollte extra nicht schreiben "nach Japan", denn die Konsequenzen sind einfach nicht auszumalen, was für die Welt passiert, wenn Japan die Lage nicht in den Griff bekommt.
Der Economist berichtet, das Erdbeben sei 30.000 mal so stark wie Hiroshima gewesen. Ich weiss zwar nicht, wie man Äpfel und Birnen vergleichen kann, aber es ist wenigstens der Versuch, es etwas in Perspektive zu rücken.

Ansonsten gehört, dass das Ganze wohl 10 Mal stärker als Tschernobyl sein könnte, welches ironischerweise dieser Tage seinen 25. Jahrestag feiert. Soviele Zahlen, Statistiken, in der letzten Zeit und dennoch beweisen oder besagen sie fast nichts. Dennoch, ein Versuch, sich an irgend etwas festzuhalten.

Angeblich sei die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ja verschwindend gering -einmal alle 1000 Jahre? Alle 100.000 Jahre? Keine Ahnung. Die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit ist wahrscheinlich vollkommen sekundär. Es reicht ja schon, wenn alle 25 Jahre was passiert. Sagen wir mal dreimal hintereinander und dann ist erstmal für eine Millionen Jahre Ruhe.

Nur - wer hat dann noch etwas davon?
Das, was mich bislang wirklich beruhigt hat, ist, dass der Fallout von Fukushima an der Westküste der USA angekommen ist (also problemlos in c.a. 12-36 Stunden 9.000 KM wandern kann). Allerdings in einer so geringen Verdünnung (1 Billionstel dessen, was als schädlich erachtet wird), dass wohl offenbar wirklich mit keinem Risiko für die Bevölkerung zu rechnen sei - Moment mal: Vielleicht sind es aber auch nur die ersten Ausläufer der Emissionen, die letzte Woche Freitag ganz am Anfang ausgestoßen wurden? Heisst das, das dicke Ende kommt noch?

Man müsste halt mal ganz genau darauf achten, was da jetzt noch so in Kalifornien ankommt, die nächsten Tage über.

Nachteil ist halt, dann driftet es in unsere Richtung, denn eine Winddrehung wird vorhergesagt. Die Entfernung zwischen uns und Fukushima ist auf jeden Fall in etwa gleich (9000 KM). Vorteil für uns ist aber zumindest, dass wir so eine dicke fette Gebirgskette irgendwann mal zwischen uns und Japan haben, wenn die radioaktive Wolke aus Fukushima dann langsam über Russland und so weiter wabert.

Alles in Allem fühle ich zwar geringfügige Erleichterung, habe aber auch ein tiefes Gefühl der Verunsicherung, wie alles mit allem zusammen hängt, how fragile we are und so, die Würde des japanischen Volkes.

Noch bleibt unklar, wie weit sich eine radioaktive Wolke verdünnt, wenn es wirklch zur Explosion aller sechs AKWs kommt.

In Tschernobyl wurden wohl nur 10% freigesetzt. Unter zuhilfenahme von 500.000 - 800.000 zwangsverpflichteten "Liquidatoren". Wieviele von ihnen sind noch am Leben? Wie wird man das Ganze in Japan zuschaufeln können? Ist die Robotertechnik mittlerweile nicht mehr so störanfällig wie 1986 oder muss man auch dieses Mal wieder 1000e, nein hunderttausende Menschen mit primitivsten Schaufeln in den sicheren Tod schicken, um Schlimmeres zu vermeiden?

Wenn nur ein Zehntel des mörderischen Potentials von Tschernobyls freigesetzt wurde (und das war nur ein AKW), jetzt jedoch 100% der AKWs dort in die Luft gehen (es sind nicht nur ein AKW wie in Tschernobyl sondern sechs - Schutzhülle hin oder her - wieviel bringt das denn noch bei einer Kettenreaktion?/wenn ein AKW nach dem anderen, ausgelöst durch das Brennelementebecken) in die Luft fliegen?

Die letzte Woche war eine Achterbahn des Wissens, Halbwissens, Halbverstehens, Hoffnungschöpfens, Verwerfens.

Ich hoffe, dass ich mich so lange im Hamsterrad meiner Gedanken drehen werde, bis ich irgendwann erschöpft aufgebe und - ja - vielleicht auch mit einer gewissen gottgegebenheitseinstellung damit umgehen kann. Letzten Endes ist vielleicht wirklich alles in Gottes - oder wessen auch immer - Hand. Irgendwo gelesen, dass uns der Planet Erde nur duldet - auf geraume Zeit. Und uns jederzeit wie lästige Insekten abschütteln kann. Weiß zwar nicht, ob sie im Moment dabei ist aber mit einem Schlag merkt man, wie klein man ist. Und gleichzeitig aber auch, wie groß. Wie sehr man mit all den dummen und den klugen und den kleinen und den großen, den nahen und den fernen zusammenhängt. verbunden, durch einen runden ball und winde, die einmal rund um den globus wehen können.
http://www.kxl.com/AUDIO--Radiation-Hits-California/9430003
18.3.11 20:25


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Wetterverlauf

http://www.youtube.com/watch?v=vQJmdpqraoM&feature=feedu
18.3.11 11:11


Katz Zusammenfassung Japan

Beide verabschieden sich (für heute?).
Fazit von Katz für heute: Informiert Euch aus so vielen Quellen wie möglich. Keine einseitige Berichterstattung.

Ema antwortet Celia Harrison
CNN Mediziner sagt dass sich die Strahlungsniveaus in Tokio vervierfacht habe. Beide weisen darauf hin, dass es zwar gestiegen sei, jedoch nicht um den Faktor 4 sondern geringfügig und ausserdem sei das vor drei Tagen gewesen.
Durchschnitt 0,7
Es stimmt zwar, dass ein Peak von 0,8 gestiegen sei.
0,3 sei es heute.


Hier die Zusammenfassung:

Katz stellt seinen Channel vor. Normalerweise macht er allgemeine Themen in Japan. Die letzten Tage habe er sich aber auf die Situation mit der Katastrophe konzentriert.

Aktuell 10.39 in Japan

Helis haben nicht funktioniert (Löschversuch Reaktor 3)

Dann hat man versucht, mit Wasserwerfern versucht zu löschen.
Hat auch nicht funktioniert.


40 Tonnen konnten von versiegelten Tanks in das Becken mit den Abgebrannten Brennstäben gekippt werden (Militärfahrzeuge).

Kritisch im Moment Reaktor 3

Reaktor 1 und 2 scheint jetzt der Wiederanschluss an das (Notstrom)Netz möglich sein, WENN DIE STRAHLUNG niedrig genug ist.

So lässt sich vielleicht der Kühlkreislauf wiederherstellen (der ganze Schlamassel fing ja an aufgrund des Ausfalls des Kühlkreislaufs).

Man hofft, dass man dann den Reaktor 1 und 2 wieder kühlen kann.

Reaktor 4 nach wie vor kritisch.

Reaktoren 4-6 waren jedoch vorher abgeschaltet. Daher ist hier das Problem in erster Linie bei den ausgebrannten Brennelementen zu sehen.

Die Helis sagten auf jeden Fall, dass dieses eine kritische Reaktorbecken wohl noch etwas Wasser hat. Andereseits nicht mehr viel.

5-6 Reaktoren. Sensoren funzen. Können aus der Ferne betrieben und überwacht werden.

Gute nachricht: Notstromaggregat von Reaktor 6 funzt wieder. Man versucht, hier Strom in 5 umzuleiten, so dass auch hier die Kühlung wieder funktioniert.

Japans Nuclear SAfety Commission hatten heute PK

Helis haben Strahlung gemessen
bis 100 Fuss 250 MILLIsievert
in 10.000 Fuss höhe ging es auf 5Kommanochwas Millisievert

Es gibt Befürchtungen, dass die Strahlung bis Freitag nach Kalifornien kommen KANN. Experten zufolge wird es aber kein hohes Strahlenniveau sein.

Vor einigen Jahren hat China Atomtests durchgeführt. Strahlung ist hier auch gewandert:
12.000 Meilen nach Japan. Hier wurden 20 mal so hohe WErte wie normal gemessen.

Lage in Tokio.
Franzosen haben 3 Charterflugzeuge und 10.000 Jodpillen geschickt.

US wollen 2 Flüge chartern

Israel und Deutschland empfehlen den Leuten, entweder das Land zu verlassen oder nach Süden zu gehen.

Viele US Experten, Kanada, IAEA empfehlen eine Ausweitung des Evakuierungsgebietes auf 80 KM

11 US Experten kamen, um japanische Experten zu unterstützen.

Auf Ustream sieht man den Echtzeit-Geigerzähler

0,12 Microsievert (cpm)

US Air
12 Tonnen Wasser
1,5 Tonnen Lebensmittel in den Norden mit Helis

China, Korea, Neuseeland, Deutschland (Großbritannien habe bürokratische Schwierigkeiten) 113 Länder haben ihre Hilfe angeboten und viele von denen sind bereits da und helfen bei der Suche.

Lebensmittelversorgung ist ein Problem.
Leider mussten 14 Leute, die Tsunami etc. überlebt hatten (ältere Menschen) erfrieren.

Aber die Regierung strengt sich an.
Teilweise ist der Schienenverkehr wieder instandgesetzt. Güterverkehr ist möglich.

Transportminister wurde benannt.
Spendenaufruf des Regierungssprechers Edano - haltbare Lebensmittel, Decken, alles was man selber nicht brauche, solle man beim Bürgermeisteramt (bzw. dem japanischen Äquivalent) abgeben. Das Militär würde dann helfen, das Ganze zu transportieren.
Auch ein Aufruf, an die nicht von der Katastrophe betroffenen Japaner, die Opfer aufzunehmen.

Bislang leider mehr als 5000 Tote. Ersten Hochrechnungen zufolge wird es inklusive Vermissten letztendlich mehr als 15.000 - 16.000 Tote geben. Höchster Blutzoll seit dem zweiten Weltkrieg.

Ölraffinieren in WEstjapan sollen Produktion steigern. Dann sollen Tanklaster nach Norden rollen. Heute wird es die kälteste Nacht seit der Katastrophe werden. Die Menschen brauchen also Wärme. Man arbeitet hart dran.

Katz verabschiedet sich. Morgen um 10 (japanische Zeit) wird es wahrscheinlich weitergehen.

Alle Angaben selbstverständlich ohne Gewähr und von Laien übersetzt (User Generated Content).
17.3.11 14:52


Züge haben den Verkehr eingestellt. Ema meint, gut: "So dann keine weiteren Entgleisungen."
17.3.11 13:39


The guy in the Trenchcoat

Katz und Ema schauen sich die TepCo Pressekonferenz an. Ausländische Nachrichtensender scheinen schon entnervt aufgegeben zu haben. Chaotische Organisation, Vorträge, die vor technischen Details wimmeln, die Presse wie eine Meute. Sehr lustig/Galgenhumor: Ema und Katz machen sich über einen besonders unsachlichen Reporter lustig, der wohl einen Trenchcoat trägt. Über Twitter kommt rein: Der heisst TrenCo
17.3.11 13:38


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